Nachdem wir einmal durch die Mitte Spaniens gefahren sind (Reisebericht hier), verbringen wir etwa 3 Wochen in der Extremadura in Spanien. Die Landschaft erinnert uns schon sehr an unser geliebtes Portugal, welches ja auch gleich nebenan liegt. Wir genießen am See das Ankommen und schauen uns noch 3 sehr bemerkenswerte und überraschende Orte an! Wir nehmen Dich mit auf unserer Tour mit dem Wohnmobil durch die Extremadura. Kommst du?

Am See Valdecanas in der Extremadura / Spanien haben wir Ruhe gefunden. Und Weite. Und Aussicht. Auch noch viel Wind, Wolken aber doch auch Sonne. Einfach wieder runterkommen nach so vielen Eindrücken. Kennst du dieses Gefühl?

Der Blaue Kasten steht tagelang unbewegt an einem See in der Extremadura. Es ist erstaunlich wie derselbe See, derselbe Ausblick mit wechselndem Wetter und wechselnder Stimmung so unterschiedlich aussehen kann. Schlechtes Wetter mit vielen Wolken bringt vor allem Abwechslung.



Trujillo in der Extremadura / Spanien
Da gehst Du nichtsahnend hoch in die Altstadt eines 9500 Seelen Städtchens und oben erwarten dich schon 2 Gruppen von Touristen, die gerade per Mikrofon herumgeführt werden. Scheint gar nicht so unbedeutend hier zu sein…
Aber von vorn: Irgendwann müssen wir uns wieder losreißen von dem schönen Platz am See. Okay, es wird uns sehr leicht gemacht, denn das Wetter verspricht Regen und Sturm. Bei Sturm stehen wir lieber nicht an so exponierter Lage und ob wir bei Nässe noch zurück zu Straße kommen, ist fraglich. Also fahren wir vor dem Regen ab und sind pünktlich zum Einsetzen des Regens in Tujillo. Perfekt. Natürlich warten wir diesen noch ab, was aber nicht heißt dass uns doch noch ein Regenschauer in der Altstadt erwischt. Aber Arkadengänge sind genial, denn so bleiben wir trocken.
ℹ️ Warum ist aber denn nun Trujillo so besonders? Es waren einst 4 Brüder, die von hier auszogen um Peru zu erobern. Entdecken wäre hier das falsche Wort, Peru war ja schon da. In meinen Augen fragwürdig aber mich hat damals ja niemand gefragt. Es soll wohl nun auch ein paar Orte mit dem Namen Trujillo in Mittel- und Südamerika geben.

Jedenfalls ist der Hauptplatz umstanden von vielen hübschen Palästen mit riesigen Wappen auf den Ecken. Kleine Klingelschilder mit dem Namen drauf gab es damals wohl nicht. Speziell ist so ein Eckbalkon mit Ecktür schon. Besonders ist, dass in einem Wappen Indios mit Metallketten aneinander gebunden sind – zumindest habe sie ihre Greueltaten nicht wirklich verborgen, was es natürlich nicht besser macht. Das Reiterstandbild von einem Eroberer lässt diesen, wie gewohnt, als Held dastehen… So, aber das war es in Trujillo noch nicht.

Von hier geht es nämlich weiter nach oben durch die engen Gassen des mittelalterlichen Teils. Und irgendwann bist Du dann oben bei der maurischen Festung, quasi noch eine Zeitepoche früher. Mit fantastischem Ausblick – bei schönem Wetter.

Zurück zum Wohnmobilstellplatz geht es immer bergab…. Der offizielle Platz ist wieder einmal sehr schräg und liegt an einem lauten Parkplatz. Zum Schlafen allerdings haben wir uns in die angrenzende Sackgasse verkrümelt wegen unserer Geräuschempfindlichkeit. GPS: 39.456732, -5.871019.
Tagebucheintrag vom 7.10.24
Es ist bedeckt aber windfrei. eigentlich ganz schön ;). Aber ab halb 10 soll es etwas regnen und dann sollten wir weg sein. Neun Uhr sind wir fertig und nehmen nach 2 Wochen Abschied hier vom schönen Platz am See. Zurück auf die Schnellstraße. 1. Stopp: Gas tanken. Dann weiter und nach Süden abbiegen auf die Autobahn, vorbei am AKW. Bis Trujillo sind es etwa 90km, da es über die Autobahn geht, sind wir schnell da. Am offizeillen Platz an der Plaza de Torros nutzen wir die Ver- und Entsorgung. der Stellplatz ist wieder mal schön schräg und irgendwie zu laut. Aber die Straße runter ist Sackgasse und ein paar Häuser, da können wir ruhig stehen. Erstmal Dinge am Schreibtisch erledigen, bedeckt ist es ja die ganze Zeit, jetzt auch Sturmböen, es wird dunkler und mittags gibt es viel Regen. Ab 17 Uhr gehen wir mal den schönen Ort anschauen. Muss bekannt sein in Spanien denn wir sehen mehrere Reiseführergruppen. Um den Hauptplatz gibt es viele Paläste und eine Kirche. Von hier kommen nämlich 4 Eroberer, einer hat Peru erobert und Lima gegründet und die anderen waren da auch in Südamerika und Guadeloupe und so. Der Original-Ort Guadeloupe liegt südlich von hier, nach viele spaischen Orten wurde da ja in Übersee alles benannt. Es soll wohl auch ein paar Orte mit dem Namen Trujillo da drüben geben. im Spanischen heißen die „Entdecker“ eigentlich richtig „Eroberer“ denn von entdecken kann ja keine Rede sein. Es wohnten da durchaus schon Menschen, die da schon immer waren aber jetzt u.a. versklavt wurden. Na, Halleluja. Dann gibt es noch einen mittelalterlichen Altstadtteil und obendrauf eine maurische Burg mit viel Aussicht. Gefällt uns. Untenrum die Neustadt. Auf einer Parralellstraße zur Hauptstrasse machen die Spanier ihren abendliches Schnellgehen, uns kommen alle entgegen während wir auf dem Weg nach Hause sind. Nass wurden wir zum Glück nicht, beim größten Schauer konnten wir uns unter den Arkaden des Hauptplatzes unterstellen. Wir bleiben hier über Nacht, weil es ruhig ist und fahren morgen weiter nach Westen zur nächsten Stadt.

Mit dem Wohnmobil durch die Extremadura: Caceres
Die Stadt Cáceres ist eine wahre Perle in der spanischen Extremadura. Besonders beeindruckt hat uns die unterirdische arabische Zisterne im städtischen Museum – die zweitgrößte ihrer Art in Europa, gleich nach der in Istanbul. Der Eintritt ins Museum ist für EU-Bürger sogar kostenlos. Im halb überdachten Patio des Museums konnten wir nicht nur den Regenschauer abwarten, sondern auch zusehen, wie eine deutsche Studienreisegruppe die Treppen zur Zisterne hinabstieg. Ein Rundgang durch die malerische Altstadt von Cáceres lohnt sich auf jeden Fall!
Den blauen Kasten haben wir währenddessen in einem Wohngebiet der Neustadt geparkt, genau dort, wo einmal wöchentlich ein Markt stattfindet. Hier hätten wir auch übernachten können, sind jedoch am frühen Abend noch weiter nach Mérida gefahren und haben dort übernachtet. GPS: 39,4840854, -6,3609723

Tagebucheintag vom 8.10.24
In Trujillo hatten wir eine ruhige Nacht. Es ist etwas frisch, viel Sonne können wir erst einmal nicht erwarten. Wir tun unsere Sachen und fahren so gegen 10 Uhr. Es geht weiter über die Autobahn, dieses Mal gen Westen. In Caceres stellen wir uns zwischen Wohnhäusern und dem Bereich, wo mittwochs der Flohmarkt stattfindet. Hier ist es ruhig, wir machen ein frühes Mittag und gehen nach dem Kaffee ins Zentrum von Caceres. Nach 1,5 km sind wir auf dem Hauptplatz, dem Plaza Mayor, den es in jeder spanischen Stadt gibt. Rundherum das übliche: Kirche und Arkaden, Cafès usw. An einer Seite beginnt die Altstadt, die mal von einer Mauer umschlossen war. Dadrin schauen wir uns viele schöne Plätze und Paläste an. Das jüdische Viertel, Stadttore usw. alles wirklich schön. Uns ist warm, weil wir zur Stadt immer in Höhe liefen und sogar auch die Sonne etwas durch die Wolken drückt. Im Museum dürfen EU-Bürger ohne Eintritt rein, uns interessiert vor allem die Zisterne, die 2. größte in Europa, nach Istanbul. Mit Hufeisenböden und somit wunderschön. Der Rest des Museum ist jetzt nicht so interessant. Aber im Innenhof können wir den Nieselregen abwarten. Dort begegnen wir auch einer deutschen Reisegruppe von Studiosus, ach guck.


Als wir fertig sind, schauen wir uns noch den Nachbarplatz vom Hauptplatz an aber viel Lust auf neue Altstadt und Kunstmuseum haben wir nicht mehr. Also zurück zum blauen Kasten. Wir schauen noch beim Aldi vorbei und fahren wieder über die Autobahn nach Süden. In Merida stellen wir uns wieder so ähnlich hin wie in Caceres. Morgen soll es richtig stürmisch werden, mal schauen wieviel wir hier abkriegen. Ansonsten gucken wir uns die römischen Sachen hier in Merida morgen an. Wir stehen nicht direkt an Häusern, ein kleiner Park ist schäg hinter uns und scheinbar teil der Gassirunde. (Erkenntnis vom nächsten Morgen: Der hintere Teils des Parkes ist extra eingezäunt um Hunde frei laufen zu lassen.) Eben war ein Hund unermüdlich 20 Minuten am Bellen. Einige andere Hunde bellten auch noch dazu, ich hoffe nachts wird das nicht wiederholt. Jetzt scheint es recht ruhig.
Merida ist das kleine Rom von Spanien
Ist Merida das Rom Spaniens? Auf jeden Fall findest du in Merida ist größte und besterhaltenste Dichte römischer Bauten außerhalb Italiens! Das ist schon sehr beeindruckend. Und international ist Merida so gar nicht bekannt! Oder hast Du schon einmal von diesem Ort gehört, den wir auf unserer Tour mit dem Wohnmobil durch die Extremadura entdeckt haben? Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch.
Unser Besuch im Oktober letzten Jahres war ein kleiner Balanceakt, denn das Wetter war wechselhaft mit viel Wind und Regenschauern. Aber Challenge bestanden: Wir haben uns immer rechtzeitig unterstellen können und sind trocken geblieben!
Merida kann natürlich in Sachen Großstadtflair nicht mir ihrer Italienischen Schwester mithalten. Aber hier gibt’s römische Geschichte zum Anfassen:
Lange Aquädukte:

Das beeindruckende römische Theater (sogar mit Sonne!):

Einen gut erhaltenen Tempel

Den Alcazaba

Das haben sie doch irgendwo geklaut, oder???

Und wenn die Stadt mal wieder etwas baut, stoßen sie fast immer auf neue Ausgrabungen – kein Wunder, dass viele Gebäude auf Stelzen stehen.

Die älteste erhaltene römische Brücke:

Und tatsächlich noch einiges mehr!
Nach ein paar Stunden Sightseeing mit ordentlich Wind um den Ohren ging’s zurück ins Wohnmobil, den blauen Kasten. Der stand in einem Wohngebiet, wo wir in der Nacht davor auch geschlafen haben. GPS: 38.932220, -6.342884
Jetzt hatten wir genug Sightseeing. Wir wollten nichts mehr Neues sehen und so ging es einfach zurück nach Portugal an den Caia-Stausee. Fast wie nach Hause kommen.
Tagebucheintrag vom 9.10.24
In Merida haben wir eine ruhige Nacht gehabt, keine weiteren Hunde. Ein Auto hat noch eingeparkt und dann war gut. Am Vormittag sollte das beste Wetter vom Tag sein, also Müsli eingepackt und ab in die Stadt. Merida ist das kleine Rom. Alles römisch hier, ständig sind sie hier am Ausgraben. So sehen wir die älteste erhaltene römische Brücke – 2000 Jahre alt ist schon was. Eine Festung gibt es. Einen Tempel, der deswegen so gut erhalten ist, weil die Säulen in der Wand des Wohn-Palacio integriert wurden. Ein roßes Gelände mit einem Amphiteater für Gladiatorenkämpfe und einem halbrunden römischen Theater für Theaterstücke gibt es noch, 13 euro ist aber nix für uns. Wir kennen das große Roma ja schon ausführlich ;). Zudem noch ein Museum und Aquädukte usw. Wenn die hier anfangen irgendwas zu bauen, finden sie was vergrabenes. So sind viele Gebäude auf stelzen, weil darunter die Ausgrabungen sind. Interessant. Wetter war solala. Recht warm, aber sehr stürmisch und immer mal wieder ein Regenschauer. Wir sind aber kaum nass geworden weil es doch viele Möglichkeiten zum Unterstellen gab. jedenfalls gibt es viel zu sehen. Und nach 3 Stunden hatten wir dann genug. Zudem Kopfschmerzen vom vielen Wind. Also erstmal schlafen Zuhause. Der wind rüttelte auch am blauen Kasten, mittag und nachmittag war am meisten los. Aber insgesamt zog das schlimmste wohl an der Küste von Portugal und oben in Nordspanien durch, wir haben nicht ganz so viel hier im Süden abbekommen. Da das Wetter erst nächste Woche wieder stabil schön wird und wir uns eigentlich nichts mehr anschauen wollen, sind wir heute einfach rüber nach Portugal und für die nächsten Tage an den Caia Stausee. Es ist wie nach Hause kommen. Sehr schön. Wir müssen ja immer ein Viehgatter hier aufmachen, davor stand aber noch ein Transporter, der mit Kabeln mit einem kleinen häuschen verbunden war und die Technik einrichtete. Die bauen hier gerade eine Solarfläche. 15 minuten später waren die Techniker fertig und wir konnten druchfahren. Schon in Spanien haben wir viele große Solarfelder gesehen.
Wie es weiter geht
Vom Caia Stausee sind wir im Herbst innerhalb Portugals weiter an unseren geliebten Alqueva Stausee. Als auch dort das Wetter Anfang November zu ungemütlich wurde fuhr der blaue kasten noch ein gutes Stück weiter nach Süden um die nassestes und kältesten Monate des Jahres in der Algarve zu verbringen. jetzt, im März, können wir sagen, es war definitiv der nasseste und stürmischste Winter, den wir in Portugal hatten. Aber März ist kurz vor Sommer also kann es nicht mehr lange dauern bis einfach nur noch die Sonne scheint. Bis dahin wird gekocht und gebacken ;).
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mit einem freundlichen moin an die Akteure … und alle Leser
danken wir der Autorin … und natürlich auch Sven. Gemeinsam schaffen sie alles.
Es bereitet Freude, wenn ihr uns derart auf euren Wegen regelrecht mit nehmt. Intensiv. Mit gutem Bildmaterial.
Zwischenzeitlich
glänzt Doreen mit Schiebetür Ausblicken und Kochzaubereien, Sven mit hilfreichen Tips. Dadurch haben wir euch vor langer Zeit ‚gefunden‘.
Wir wünschen euch gutes Reisen !
und bleibt gesund.
Christiane und Willem
Vielen Dank an euch Beide 😊